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24.Juni.2019, Badisches Tagblatt, Expertentagung Karlsruhe - Stadtplanung muss künftig "blauer und grüner" werden

Expertentagung in Karlsruhe: Oberrheingraben wird zum "Hotspot" der Klimaerwärmung / Deutlich höhere Unwettergefahren

Von Winfried Heck 

Karlsruhe - Die Sommer werden heißer - und nasser. Was die Anwesenden am Mittwoch bei einer Fachtagung zum Thema "Klimaanpassung in der Stadt- und Regionalplanung" zu hören bekamen, war alles andere als leichte Kost.

Insbesondere der Vortrag von Armin Bobsien, Klimaschutzmanager der Stadt Emmendingen, hatte es in sich. ...zum Artikel


19.Mai.2019, Schwarzwälder Bote, Dornhan - Wasser von unten - und von oben

Von Ursula Gukelberger Zum Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen im Einzugsbereich der Glatt gab es am Samstag einen gelungenen Auftakt des Bachfestes in Leinstetten auf der Wöhrd. Viele Besucher hatten sich eingefunden. Ein volles Festzelt und viele Gäste vorm Zelt zeigten ihr großes Interesse an dieser wohl einmaligen Festlichkeit.

Dornhan-Leinstetten. Bachfest heißt Wasser von unten, aber leider auch von oben. Allen Vorhersagen zum Trotz begannen die Spiele der Schul- und Kindergartenkinder "Kleine Strolche" mit Sonne und dazu hatten sich Erzieher, Eltern und Helfer viel einfallen lassen. So wurden in Gruppen Laternen und Schiffe gebastelt, Fische geangelt, mit Wasserpistolen auf Flaschen gezielt und vieles mehr.

In der Zwischenzeit hatten sich acht toll kostümierten Gruppen zum ersten Vorlauf für das Drachenbootrennen eingefunden. Dazu gab es auch eine Juniorenmannschaft. In einem grünen und roten Drachenboot wurde gegeneinander angetreten. Es war gar nicht so einfach, die Boote gleichmäßig zu steuern und gerade zu halten, da half auch der Trommler an Bord nichts. Der Spaß der Teilnehmer und des Publikums war riesig.

Ein weiterer Höhepunkt war die Einfahrt und Anlandung des fast 60 Meter langen Schiltacher Original Schwarzwälder Gestörfloßes. Mit an Bord waren Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich, Bürgermeister Markus Huber, Dornhan und Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer aus Glatten.

Nach der Anlandung wurde von Fritz Peter, der sich intensiv mit der Leinstetter Geschichte befasst, die Enthüllung der Flößertafel auf der Wöhrd, vorgenommen. Diese Tafel soll an viele Männer aus Leinstetten und der Umgebung erinnern. Diese Holztransporte auf der Glatt, Lauter und dem Heimbach bestimmten das Leben der Menschen hier. Im 19. Jahrhundert lebte noch jede zweite Familie in Leinstetten vom Handwerk der Flößer. Wilhelm Merz, Oberflößer aus Leinstetten begleitete die letzte Floßfahrt am 20. Oktober 1899 von Sulz nach Esslingen.

Um 19 Uhr eröffnete Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich den Festakt. Sie bedankte sich bei allen Helfern, die einen großartig organisierten Arbeitsdienst geleistet hatten. Ohne diese Zusammenarbeit wäre die Ausrichtung eines solchen Festes nicht möglich.

Nach einigen Anekdoten über die Hochwasser in den vergangenen Jahren, übergab Sigrid Kümmich das Wort an Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer, zugleich Vorsitzender des Zweckverbandes Hochwasserschutz im Einzugsbereich der Glatt. Nach seiner Überzeugung wäre diese Baumaßnahme still und leise zu Ende gegangen, hätten nicht die Leinstetter zum Abschluss die Planung eines Festes in die Hand genommen.

Viele Namen müssten genannt werden, die sich alle für den Erfolg des Hochwasserschutzes im Glatttal eingesetzt hätten. Dabei begriffen die Menschen, dass Hochwasserschutz nicht nur die Unterlieger, sondern auch die Oberlieger angehe.

Zum Wohle Vieler mussten auch persönliche Interessen Einzelner zurück gestellt werden. Das bedurfte einer Menge Überzeugungsarbeit.

Stellvertretend bedankte sich Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer bei Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich mit einem Blumenstrauß für deren Engagement.

Die verheerenden Hochwasserschäden der Jahre 1990 und 1992 gaben den Grund dafür, dass sich die Ober- und Unterliegerkommunen der Glatt mit dem technischen Hochwasserschutz für das Einzugsgebiet der Glatt und ihrer Nebengewässer auseinander setzten. Ausführlich ging Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer auf das Hochwasserschutzkonzept, die Planung und Ausführung ein.

Viele Dankesworte

Sein Dank für die Realisierung ging dabei an das Planungsbüro WALD + CORBE aus Hügelsheim, welches den Verband begleitet hatte, an den früheren Bürgermeister Michael Pfau, dem Land Baden-Württemberg für die finanzielle Unterstützung von nahezu 70 Prozent der Kosten aller Baumaßnahmen und an alle Verbandsgemeinden, welche die nicht zuschussfähigen Kosten sowie 30 Prozent Investitionskosten und den Unterhalt der drei Hochwasserrückhaltebecken finanzieren.

Dornhan Bürgermeister Markus Huber lobte, dass der Förderverein "Mehrzweckhalle Leinstetten" zusammen mit den Leinstetter Vereinen dieses Bachfest als Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen bewerkstelligte. Er ging ausführlich auf die Kosten der Maßnahmen ein.

Nicht nur eine gelungene Schutzmaßnahme wurde bewerkstelligt, sondern es erfolgte zugleich eine Neugestaltung im Freizeitbereich am "Neuen Weg" in Bettenhausen und die Neugestaltung Wöhrd in Leinstetten. Gleichzeitig wurden die Voraussetzungen geschaffen, ein Bürgerhaus in der Ortsmitte, auf der Wöhrd zu erstellen.

Dürrenmettstettens Ortsvorsteher Robert Trautwein vertrat Bürgermeister Gerd Hieber aus Sulz und überbrachte dessen gute Wünsche zur Fertigstellung der Hochwasserschutzmaßnahme.

Zwischendurch wurden alle Gäste von vielen Helfern mit einem deftigen Flößervesper und Getränken versorgt. Zur weiteren Unterhaltung spielte die Coverband "Route 66" aus Freiburg.

Gegen 22 Uhr und bei leichtem Regen, zeigten Männer der Feuerwehr Leinstetten/Bettenhausen, dass sie nicht nur bei der Brandbekämpfung ihren "Mann stehen", sondern dass sie eine gigantische Wasser- und Lichtshow an der Glatt zuwege brachten.

Daniel Dölker war für die Tontechnik verantwortlich, die Musik zu der Show spielten als Eigenkomposition Joshua Beute an der Orgel und Vincent Bronner am Schlagzeug. Lothar Bronner übernahm die Aufnahmeleitung des Stückes.

Kommandant Oliver Weil mit seinen Kameraden Christian Bronner, Heiner Ott, Christoph Wegenast, Lorenz Günthner, Daniel Schreiber, Daniel Heinzelmann, Patrick Günthner, Michael Legler, Lauren Schaber, Wolfgang Zahn und Meinrad Günthner arbeiteten Hand in Hand an dieser unglaublichen Show, deren Choreografie mit Wasser, Licht, Farben und Musik hervorragend zusammenspielte.

Das Publikum bedankte sich bei ihnen mit einem riesigen Applaus.

 


09.Mai.2019, baden online, Willstätt-Legelshurst, Kieswerk Legelshurst stellt Erweiterungspläne vor

Der Kiesabbau am Baggersee Legelshurst soll um eine Fläche von rund vier Hektar erweitert werden. Bei einem Info-Abend wurde am Montag das Vorhaben mit den voraussichtlichen Auswirkungen sowie die Ziele und die erforderlichen Arbeiten der Öffentlichkeit vorgestellt.

Seit 2003 betreibt die Hermann Uhl KG mit Hauptsitz in Schutterwald den Kiesabbau im Legelshurster Baggersee mit angeschlossener Kiesaufbereitung. Die Firma Uhl hat in der Ortenau mehrere Kies- und Transportbetonwerke und beschäftigt 150 Mitarbeiter.
Nun will das Unternehmen den Kiesabbau im Legelshurster Baggersee um eine Fläche von vier Hektar erweitern. Prokurist Heinz Barz, Joachim Corbe (Technische Planung), Eugen Funk, Chef eines Fachbüros für Hydrogeologie in Staufen, und Hubert Neubauer vom Landschaftsarchitekten-Büro Spang, Fischer, Natzsch­ka aus Walldorf stellten die Pläne am Montag der Öffentlichkeit vor. Rund 30 Besucher waren dazu ins Probelokal des »Sängerbundes« an der Festhalle gekommen.
Abbauperspektive für weitere 15 Jahre
Rund vier Millionen Kubikmeter Kies will das Unternehmen im Bereich der Erweiterungsfläche in den nächsten Jahren abbauen. Die Erweiterung sei notwendig, um die Zukunft des Standorts Legelshurst zu gewährleisten, so Barz. Die Erweiterung sichere dem Unternehmen eine Abbauperspektive für weitere 15 Jahre. Barz betonte auch, dass im Vorfeld alle beteiligten Gremien in der Gemeinde Willstätt mit eingebunden worden seien.
Erweiterung im Nordosten
Wie Joachim Corbe erläuterte, liegt die neu eingezeichnete Abbaufläche im Nordostbereich des Baggersees. Diplom-Geologe Eugen Funk informierte unterer anderem über die Wasserbilanz, die Grundwasserströmung und die dazu gehörende Wirkungsprognose. 

Breiten Raum nahmen der Naturschutz und die Umweltplanung ein. Hubert Neubauer hatte dazu auf das Thema bezogene Beispiele der Umweltverträglichkeitsstudie dabei und informierte über Kartierungen, Fachgutachten und die Auswertung der Ergebnisse eines Scoping-Termins des Landratsamtes Ortenaukreis am 18. Juni 2016 im Baggerseegebiet, der auch die neue Abbauplanung beinhaltete. Er erläuterte die Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch und die Schutzgüter Pflanzen und Tiere. In seiner Bewertung sprach Neubauer ferner von einer mittleren Erfüllung der Bodenfunktionen. 

Angelverein wird einbezogen

Eine von Prokurist Heinz Barz moderierte Diskussionsrunde schloss sich den Vorträgen an. Knapp 30 Minuten lang beantworteten die Experten die Fragen der Zuhörer. Dabei ging es etwa darum, ob Tiere umgesiedelt werden müssen oder was mit den verschiedenen Schichten beim Abtragen des Bodens passiert. Laut Hubert Neubauer soll der Oberboden als guter Boden wiederverwertet und der Unterboden unter anderem für Gestaltungsmaßnahmen genutzt werden. Bei Maßnahmen zum Auffüllen will sich das Unternehmen laut Heinz Barz mit dem Angelverein zusammensetzen, was von den Besuchern positiv aufgenommen wurde. 

Auch kritische Fragen

Es gab auch kritische Fragen. So bemängelte ein Landwirt angesichts der Tatsache, dass Grund und Boden unersetzbar sind, dass man in Deutschland und Holland mit zweierlei Maßen messe: In Holland gehe man in die Tiefe und kaufe zudem den Kies in Deutschland. Dem widersprach Heinz Barz. Nach seinen Angaben bleiben 90 Prozent des in Legelshurst abgebauten Kieses im regionalen Raum. Zudem gehe man in Legelshurst sehr wohl in die Tiefe; man brauche aber auch die Ausweitung im Osten des Areals um den Baggersee. 

Antrag soll im Sommer gestellt werden

Am Ende gab es aus den Besucherreihen viel Beifall. Wie Barz auf Nachfrage weiter mitteilte, will das Unternehmen im Juni/Juli den Erweiterungsantrag bei der zuständigen Genehmigungsbehörde des Landratsamtes einreichen.


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