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20.September.2017, Schwarzwälder Bote, Dietingen - Ohne Schutzmauern geht es nicht

Die beiden von der Gemeinde beauftragten Gutachten zum Hochwasserschutz in Rotenzimmern und Böhringen liegen vor. Die umfangreich erarbeiteten Bemessungen wurden dem aufmerksamen Publikum im Bürgerhaus in Ro­tenzimmern vorgestellt. Von Anja Schmidt

Dietingen-Rotenzimmern. Die Ergebnisse ließen lange auf sich warten. Für manchen zu lange. Doch die Dokumentation der Berechnungen, die das Ingenieurbüro Heberle vorstellte und im Nachgang von Ingenieurbüro Wald+Corbe nach Hieb- und Stichhaltigkeit überprüft worden war, konnte einen Eindruck vermitteln, wie umfangreich und akribisch die Büros zu Werke gingen. Ganz im Sinne der Bürgerinitiative, die eine detaillierte Untersuchung gefordert hatte, um wirklich jede Möglichkeit für eine optimale Verbesserung des Hochwasserschutzes in Böhringen und in Rotenzimmern zu erreichen.

Kaum auf den Zahn gefühlt

Dietingens Bürgermeister Frank Scholz gewährte den Büros ausreichend Raum, um das Projekt in seinen Facetten vorzustellen, und den Bürgern genug Zeit, um Joachim Wald und Andreas Bernreuther vom Büro Wald+Corbe sowie Markus Heberle mit Fragen auf den Zahn zu fühlen.

Das Bürgerhaus war dafür mit einem Mikrofon vorbereitet worden. Genutzt haben es allerdings nur wenige der etwa 100 Bürger. Mit dem nun wohl endgültigen Aus für die Einrichtung eines Hochwasserrückhaltebeckens scheinen sich fast alle abgefunden zu haben.

Nur Vereinzelte äußerten ihr Misstrauen gegenüber den Bemessungen, und nicht einer redete von Verschandelung durch die Schutzmauern und Wälle. Gleichwohl, sie werden kommen. Ohne gehe es nicht, sagten die Ingenieure. Aber zumindest ein Teil des alten Baumbestands (eine weitere Überprüfung steht hier noch aus) scheint die Maßnahmen zu überleben. Und die Bilder vergleichbarer Maßnahmen konnten Mut für eine Verschönerung des Ortsbilds vermitteln.

An dem Aus für das Rückhaltebecken rüttelten die Ingenieure nicht. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis im direkten Vergleich von Rückhaltebecken oder Linienschutz war eindeutig, auch wenn ein Vertreter der Bürgerinitiative bedauerte, dass die Kosten bei einer solch weitreichenden Maßnahme im Vordergrund stehen.

Die Kosten für das Bauwerk mit Überlaufbecken liegen bei etwa 4,7 Millionen Euro, während sich die Kosten für die Maßnahmen um den Linienschutz je nach Variante zwischen zwei und drei Millionen Euro bewegen, sagte Markus Heberle. Mithin werde die Linienschutzlösung favorisiert.

Weiterer Durchlass

Für den Linienschutz in Ro­tenzimmern konnte durch das hydraulische Verfahren, immer ausgehend von einem "100-jährigen" Hochwasser, berechnet werden, dass im Bereich des Auwiesenwegs auf Schutzmaßnahmen verzichtet werden könne, führte An­dreas Bernreuther seine Vorschläge zusammenfassend aus.

Entlang der Leidringer Straße hingegen sei ein Querdamm für die Sicherheit der bebauten Flächen notwendig. Da er wiederum einen deutlichen Anstieg der Wasserspiegellage zur Folge hätte, wären an der Brücke ein weiterer Durchlass und die Aufweitung des Gewässers erforderlich.

Ein schlankerer Linienschutz, mithin weniger Schutzmauern, könnte in Böhringen durch eine Gewässerausweitung erreicht werden. Oberhalb der Brücke Dietinger Straße wären Hochwasserschutzmauern und Dämme allerdings nach wie vor notwendig. Insgesamt könnte dadurch die Wasserspiegellage abgesenkt werden, was für die Ortskanalisation deutliche Vorteile ergebe, weil der Rückstau ins Kanalnetz reduziert werde.

Die weitere Vorgehensweise treffen jetzt die Gremien. Nach den Beratungen in den Ortschaftsräten soll die Entscheidung zum Beitritt in den Zweckverband am 23. Oktober im Gemeinderat fallen. Erst dann werde erarbeitet, welche Maßnahme umgesetzt werde. Zuvor finde eine Besichtigungsfahrt zu bereits umgesetzten Maßnahmen im Glattal und nach Schiltach am 14. Oktober statt, lud der Bürgermeister die Bevölkerung zur Beteiligung ein.

 


28.August.2017, HNA, Becken soll Kirchbauna vor Überflutung schützen

Baunatal. 300 Besucher feierten am Samstag die Einweihung des Regenrückhaltebeckens Hunsrückstraße in Baunatal. Auch Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) war vor Ort.

Mit einem beeindruckenden Finale haben die Stadt Baunatal und die Gemeinde Schauenburg am Samstag den Abschluss der 25 Jahre dauernden Hochwasserschutzmaßnahmen im Bauna-Tal gefeiert. Geschätzte 300 Bürger schauten sich das gewaltige Sperrbauwerk an, das die Wassermassen der Bauna in Starkregenperioden im Regenrückhaltebecken Hunsrückstraße zurückstauen und so Kirchbauna vor Überflutungen schützen soll.

Dieser Ansicht ist offensichtlich auch Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen), die das Projekt des Verbands für Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz, zu dem sich die beiden Kommunen zusammengeschlossen haben, als vorbildlich lobte. Herborn, Heimatstadt der 58-Jährigen, habe selbst in den 1980er-Jahren ein verheerendes Hochwasser erlebt, sagte Hinz.

Auslöser des mehr als 20 Millionen Euro teuren Schutzprojektes für das Bauna-Tal war die Jahrhundertflut von 1992, bei der zahllose Keller in den beiden Kommunen vollliefen und immense Schäden angerichtet wurden.

3,7 Millionen Euro vom Land

„Die extremen Wetterereignisse nehmen zu“, meinte Hinz. Es sei wichtig, Gewässern Raum zu geben, um sich auszubreiten. Außerdem trügen solche Maßnahmen zur Renaturierung von Wasserläufen bei. Seit 2014 habe das Land 50 Millionen Euro in solche Projekte investiert. Das 100 000 Kubikmeter fassende Rückhaltebecken Hunsrückstraße wurde vom Land mit gut 3,7 Millionen Euro bezuschusst. Mit Technik und Absperrwerk hat es gut 5,3 Millionen Euro gekostet. Dafür hätten die Bürger aber nicht nur einen nachhaltigen Schutz bekommen, sondern auch „einen Deich mit Meeres-Feeling“, sagte Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) augenzwinkernd.

 

An diesem Projekt ist WALD + CORBE mit folgenden Leistungen beteiligt:

  • Ausschreibung
  • Genehmigungs- und Ausführungsplanung
  • Bauüberwachung

 


02.August.2017, Volksfreund, Selbsthilfe gegen die Launen der Sauer

(Langsur) Ein neuartiges Konzept zum Schutz vor dem Hochwasser der Sauer haben das Land und die Verbandsgemeinde Trier-Land in Langsur vorgestellt. Rund 500 000 Euro wurden in das Pilotprojekt investiert.

Langsur Scheinbar friedlich fließt der deutsch-luxemburgische Grenzfluss durch die schöne Landschaft, die jährlich Tausende Touristen lockt. Doch der Fluss kann bekanntlich auch anders: Drei schwere Hochwasser suchten in den vergangenen 20 Jahren die Anrainerorte heim. Stark betroffen ist jedes Mal Langsur, wobei es besonders die Anwohner der Sauerstraße in der unteren Ortslage trifft. Und das nicht nur bei schweren Hochwassern. Schon bei kleineren Überflutungen, wie sie alle zwei bis drei Jahre auftreten können, haben sie die "Sauer im Haus".


Dazu Bürgermeister Wolfgang Reiland von der Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land: "Schon vor über 20 Jahren haben sich Politiker mit dem Problem befasst, darunter der damalige Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Orth und die damalige Fachministerin Klaudia Martini." Das Ergebnis langer und aufwendiger Voruntersuchungen lag nach Angaben von Reiland und Abteilungsleiter Erwin Manz vom Mainzer Umweltministerium dann 2010 vor. Die Analyse und die Zahlen waren erschreckend: Die topografische Lage Langsurs und der weiche Untergrund in Ufernähe hätten eine riesige Maßnahme mit Begrünungsarbeiten und dem kompletten Umbau der örtlichen Kanalisation erfordert.


Neben den Kosten in Höhe von 5,1 Millionen Euro wäre es auch mit dem Langsurer Idyll am Fluss vorbei gewesen. Eine 1,5 Kilometer lange Mauer hätte den Ort von der Sauer getrennt. Und eine Wirtschaftlichkeitsrechnung ergab, dass die Kosten höher gewesen wären als der Nutzen durch verhinderte Hochwasserschäden. Die Lösung hieß stattdessen "objektbezogener Hochwasserschutz". Das heißt, dass nicht die gesamte Ortslage abgeschirmt werden soll, sondern nur die von leichten und mittleren Hochwassern am stärksten betroffenen Anwesen.


22 gefährdete Häuser in Langsur sind nun für den Ernstfall mit individuellen Absperrvorrichtungen ausgestattet. Auch die Betroffenen selbst mit ihrer Hochwassererfahrung waren an der Planung beteiligt. Je nach Lage und Gebäudeform können die Bewohner bei Gefahr die verschieden konstruierten Schutzvorrichtungen in kurzer Zeit selbst vor Haustüren und Fenstern installieren. Allerdings waren dazu seit Januar entsprechende Vorbereitungen vor den Häusern erforderlich - etwa Bodenfundamente und Stahlelemente, in die sich die Schutzwände bei Bedarf einfügen lassen.
 Horst Thul ist Eigentümer eines Hauses an der Sauerstraße. Es liegt direkt vis-à-vis zum Fluss. Thul zum TV: "Ich habe so manches Hochwasser hier erlebt. Wir warten schon seit 25 Jahren auf eine Lösung - nun hat man sie hoffentlich gefunden." Bisher habe er die Hochwasser auch mit eigenen Einbauten einigermaßen im Griff gehabt - bis auf das Sickerwasser dahinter. Nun baue er auf diese professionelle Lösung - "da bin ich direkt dabei gewesen, als das Projekt vorgestellt wurde". Thul hat sogar weiter vorgesorgt: Der nun vorgestellte Schutz hätte in der Normalversion für eine Wasserhöhe von 1,60 Meter gereicht. "Ich habe dann 1100 Euro dazu gelegt und vorsichtshalber auf 1,90 Meter erhöht, womit wir hoffentlich auf der sicheren Seite sind", sagt der Hauseigentümer.


Auch Reinhold Thiel, Ortsvorsteher von Langsur, hat für sein Haus an der Sauerstraße eine der neuen Schutzvorrichtungen erhalten. Thiel: "Ich kann auf manches Hochwasser mit zum Teil hohen Schäden zurückblicken. Das was jetzt gemacht wurde, ist richtig." Er halte diese Art von Hochwasserschutz direkt am Objekt für perfekt. Die Planer hätten 100-prozentige Arbeit geliefert. Allerdings sieht Thiel auch eine weitere Entwicklung: Die Hochwasser der Sauer seien in den letzten Jahren zurückgegangen. Das sei sicher das Ergebnis der zahlreichen Renaturierungsmaßnahmen, besonders an Nebengewässern am oberen Flußlauf. Thiel: "Großräumige Gewässerrenaturierung ist meiner Meinung nach wirksamer als jede Hochwasserschutzanlage."


Gestern haben die Verbandsgemeinde, vertreten durch Bürgermeister Reiland, und die bei der Planung federführende Struktur- und Genehmigungsdirektion (SDG) Nord, vertreten durch Alfred Weinandy, das fast fertige Pilotprojekt vorgestellt. Zahlreiche Anwohner, Landrat Günter Schartz, Mitglieder des Verbandsgemeinderats und des Ortsgemeinderats begleiteten Klaus Lenz vom beauftragten Ingenieurbüro Wald + Corbe (Speyer) zu den Objekten. Dort erläuterte der Experte die verschiedenen Möglichkeiten, um entsprechend der örtlichen Gegebenheiten einen optimalen Schutz zu ermöglichen. Anschließend übergab SGD-Vertreter Weinandy den Hochwasserschutz offiziell per Unterschrift an Bürgermeister Reiland.


 "Was lange währt, wird endlich gut", freute sich Ortsbürgermeisterin Maria Braun nach dem Rundgang. Ihr Dank galt allen Beteiligten von Land, SGD-Nord, Verbandsgemeinde und besonders den engagierten Bewohnerinnen und Bewohnern aus Langsur, allen voran Ortsvorsteher Reinhold Thiel.  


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