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16.November.2017, Pforzheimer Zeitung, Königsbach-Steiner Gemeinderat diskutiert Hochwasserschutz

Königsbach-Stein. Gemeinderatssitzung offenbart: Auch Millioneninvestitionen in den Hochwasserschutz können nicht alle Katastrophenereignisse neutralisieren.

Ein optimaler Hochwasserschutz kann für die Gemeinde Königsbach-Stein ganz schön teuer werden. Um einigermaßen für ein hundertjähriges Hochwasser gewappnet zu sein, müssten fünf bis sechs Millionen Euro – ohne eventuell notwendigen Grunderwerb – investiert werden, wie die Untersuchungen des Büros Wald + Corbe aus Hügelsheim ergeben haben. Eine öffentliche Förderung sei indes möglich. Allerdings, so die Experten: Ein so extremes Starkregenereignis wie 2016 in Stein „hätte man auch nach Umsetzung aller Vorschläge nicht beherrschen können.“

Bereits vor dem für den Ortsteil Stein so katastrophalen Hochwasser am 7. Juni 2016 hat die Gemeindeverwaltung eine vertiefte Sicherheitsüberprüfung von insgesamt acht Hochwasserrückhaltebecken in Auftrag gegeben, sowie auch die Flussgebietsuntersuchung Bruchbach. Bei einer Informationsveranstaltung im September 2016 wurden die Zwischenergebnisse öffentlich vorgestellt und die seitens der Bevölkerung eingebrachten Informationen und Anregungen in die weitere Bearbeitung mit einbezogen. Die aktuellen Ergebnisse dieser umfassenden Untersuchungen, inklusive grobem Zeitplan, stellten die Ingenieure Markus Fritz und Jörg Koch vom Büro Wald + Corbe nun dem Gemeinderat in einer umfangreichen Power-Präsentation vor. Einig waren sich die Experten, die Gemeinderäte und Bürgermeister Heiko Genthner in einem Punkt: Es muss auch bezahlbar bleiben, die Wirtschaftlichkeit muss gegeben sein.

Am heutigen Donnerstag um 18.30 Uhr wird in der Aula der Heynlinschule Stein der Stand zum Thema Hochwasserschutz der Bevölkerung vorgestellt und erläutert.

 

Autor: Ulrike Faulhaber

 


03.November.2017, Suedwestkurier, Reichenbach - Schutz vor Hochwasser

Was viele Reichenbacher seit dem großen Hochwasser im Jahr 1987 wissen, haben nun auch das Land Baden-Württemberg und das Landratsamt festgestellt: Regnet es heftig, herrscht im Ort akute Gefahr.

Es ist 30 Jahre her, dass heftige Regenfälle den Fischbach in Reichenbach im Täle und seine Zuflüsse – den Klingelgraben, den Eichholzbach, den Rinnengraben und den Riedgartenbach - extrem anschwellen ließen. Das Wasser musste sich auf seinem Weg durch den Ort in den 625 Meter langen Kanal unter der Straße zwängen. Schließlich konnte dieser die Wassermassen nicht mehr fassen, sodass die Brühe aus den Gullydeckeln schoss - mit dramatischen Folgen für viele Reichenbacher: Auf der Brühlstraße stand das Wasser etwa einen Meter hoch, der reißende Fluss riss Zäune um und überflutete Häuser.

Viele Jahre hieß es seitens der Landesregierung und des Landratsamts: Ein solches Hochwasser kommt nur alle 100 Jahre vor. 2013 aber suchte erneut ein Hochwasser die Reichenbacher heim. Zwar war dieses nicht so dramatisch wie 1987, aber erneut richtete das Wasser großen Schaden an. „Wir sind fast täglich gefährdet, wenn es zu Starkregen kommt“, betonte Gustav Bund, Reichenbachs stellvertretender Ortsvorsteher, in der jüngsten Sitzung des Degginger Gemeinderats. Ingenieur Hans Göppert, Fachbereichsleiter der Hydrologie bei der Firma „Wald + Corbe“ aus Hügelsheim (Kreis Rastatt), stellte am Ratstisch die Ergebnisse einer Flussgebietsuntersuchung vor. Denn mittlerweile ist es zu einem Umdenken bei der Landesregierung und beim Landratsamt gekommen – vor allem deshalb, weil einige Reichenbacher immer wieder mit Wasser im Haus zu kämpfen haben.

Das Ergebnis der Untersuchung: Die Dole, also der Kanal des Fischbachs, kann bei heftigen Niederschlägen das Wasser nicht fassen. Eine weitere Erkenntnis: In der Hochwassergefahrenkarte des Landes waren die Zuflüsse des Fischbachs über viele Jahre hinweg bei der Risiko-Einschätzung schlichtweg nicht berücksichtigt. „Diese Karte passt nicht mit den Ereignissen in den Jahren 1987 und 2013 zusammen“, formulierte es Hans Göppert zurückhaltend.

Wasser hebt Schachtdeckel an

Doch nicht nur bei solch heftigen Regenfällen wie damals droht Gefahr: Schon bei einem zehnjährigen Hochwasser fließen 5,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch die Dole. Der Kanal mit einem Durchmesser von 1,60 Metern fasst aber nur 5,4 Kubikmeter pro Sekunde. „Dann fließt das Wasser schon wenige Zentimeter hoch die Straßen entlang“, erklärte Hans Göppert. Und je stärker es regnet, desto größer wird die Gefahr. Bei einem Hochwasser, das alle 20 Jahre auftritt, bringt der Fischbach laut Berechnungen von „Wald + Corbe“ 7,3 Kubikmeter Wasser pro Sekunde mit sich; bei einem hundertjährigen Hochwasser sind es 11,8 Kubikmeter. Hinzu kommt das zusätzliche Problem, dass der Fischbach in der Dole durch zwei 90 Grad-Knicke fließen muss. Die Folge: „Das Wasser staut sich zurück und hebt die Schachtdeckel an“, sagte Hans Göppert.

„Ich bin überrascht und begeistert, dass Sie in Ihren Untersuchungen zu den Ergebnissen gekommen sind, die wir in Reichenbach schon lange kennen“, sagte Gustav Bund im Gremium. Schon vor einem Jahr hatte er den Reichenbacher Ortschaftsräten eine etwa 50-seitige Präsentation zum Thema vorgestellt, in der die Zuflüsse zum Fischbach und der zu enge Kanal berücksichtigt waren.

Nun stellt sich die Frage: Wie können Reichenbach und seine Bürger vor dem Hochwasser geschützt werden? Deggingens Gemeinderäte werden voraussichtlich in ihrer nächsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 16. November, erneut über das Thema diskutieren; dann entscheiden sie, ob sie den Ingenieuren um Hans Göppert den Auftrag erteilen, Schutzmaßnahmen auszuarbeiten. Markus Müller von der Unteren Wasserbehörde des Landratsamts Göppingen dämpfte allerdings die Erwartungen, dass es eine schnelle Lösung geben wird: Bis die Maßnahmen umgesetzt werden, könne es einige Jahre dauern. „Die Bürger von Reichenbach müssen zunächst weiterhin mit der Hochwassergefahr leben.“ 

So könnte Reichenbach geschützt werden

Kann man die Dole des Fischbachs vergrößern, damit dort mehr Wasser durchfließt und die Reichenbacher so vor Hochwasser geschützt sind? Diese Überlegung schloss Hans Göppert von der Hügelsheimer Firma „Wald + Corbe“ aufgrund des großen Aufwands und der Kosten aus. Die einfachste Lösung wäre ein Rückhaltebecken, sagte er. Ein solches könnte nur außerhalb Reichenbachs entlang des Fischbachs entstehen. Die Planungszeit für den Bau eines Rückhaltebeckens bezifferte Hans Göppert auf zwei bis drei Jahre; unter anderem müsste der Naturschutz berücksichtigt und bei Bedarf müssten Grundstücke gekauft werden. Etwa dreieinhalb Jahre könnte es dauern, bis das Becken fertiggestellt sei. Auf die genauen Kosten wollte der Experte noch nicht näher eingehen, sagte aber: „Das billigste Becken, das wir gebaut haben, hat 300 000 Euro gekostet.“ Die Gemeinde Deggingen könnte mit einem Zuschuss des Landes in Höhe von 70 Prozent der Kosten rechnen, ergänzte der Experte.

Wesentlich schneller würde es gehen, den Ein- und Auslauf der Dole umzubauen - also den Bereich, in dem der Fischbach in den Kanal hinein- und wieder herausfließt. „Das würde ein halbes bis dreiviertel Jahr dauern“, sagte Hans Göppert. Die Kosten dafür und für ein Rückhaltebecken sollen nun von „Wald + Corbe“ ermittelt werden.

Was die Bürger aus Reichenbach schon jetzt machen können, um die Hochwassergefahr zu verringern, darauf ging Markus Müller von der Unteren Wasserbehörde im Landratsamt ein: „Viele werfen ihren Grünschnitt ans Ufer des Fischbachs“, das dadurch immer steiler werde. Das habe zur Folge, dass der Fischbach schneller übers Bachbett trete


25.Oktober.2017, Rhein-Neckar-Zeitung, Hochwasserschutz im Elztal- Das Wasser muss gedrosselt werden

Experten schlagen dem Elztaler Gemeinderat den Bau eines Rückhaltebeckens unterhalb des Tierheims vor - 2,7 Millionen Euro Kosten

 

Von Alexander Rechner

Elztal. Viele Dallauer werden die Nacht vom 29. auf den 30. Mai 2016 nicht vergessen. Im Talweg wälzte sich damals ein Sturzbach durch die Straße. Die Wassermassen drückten in die Häuser. Keller, Garagen und Zimmer standen unter Wasser. Am Montagabend in der jüngsten Sitzung des Elztaler Gemeinderats unter Leitung von Bürgermeister Marco Eckl stellte Markus Fritz, Hydrologe vom Ingenieurbüro Wald+Corbe, die Ergebnisse einer Flussgebietsuntersuchung des Luttenbachs im Rathaus vor. Zahlreiche Bürger nutzten die Möglichkeit, sich aus erster Hand über die Ergebnisse zu informieren.

Nach den Plänen des Büros sollen die Fluten künftig durch ein Rückhaltebecken am Luttenbach geregelt abfließen. "Das Wasser muss gestaut werden, um den Abfluss zu drosseln", erklärte der Experte. Aus seiner Sicht ist die Errichtung eines solchen Bauwerks am wirtschaftlichsten. Derzeit ist geplant, dieses unterhalb des Tierheims zu errichten. "Dieser Standort bietet ein ausreichend großes Volumen für ein Rückhaltebecken", führte der Experte aus und ergänzte: "Es wird sich dabei um ein relativ großes Bauwerk handeln." Allerdings muss nun noch auf die Ergebnisse einer geotechnischen Untersuchung gewartet werden, ob an diesem Standort die Errichtung überhaupt möglich ist, schränkte der Hydrologe ein. Die Analyse sei angesichts des dort vorkommenden Muschelkalks erforderlich.

Die Alternative zur Errichtung eines Rückhaltebeckens: Die Rohre von der Katzentaler Straße aus bis zum Elzbach komplett auszutauschen, größere in die Erde zu legen, nannte Experte Markus Fritz als finanziell nicht darstellbar.

Insgesamt müsse man mit Kosten von rund 2,73 Millionen Euro rechnen. Allein für den Neubau des Rückhaltebeckens kalkulierte der Fachmann die Kosten auf rund 1,95 Millionen Euro. Die Verlegung des Mischwasserkanals bezifferte Markus Fritz auf rund 218.000 Euro Kosten. Die Verdolung - eine Röhre, durch die der Luttenbach unter dem Talweg hindurchgeführt wird - wird mit rund 522.000 Euro zu Buche schlagen. "Just diese ist dringend sanierungsbedürftig", erklärte der Experte. Die Gemeinderäte ermächtigten die Verwaltung, einen wasserrechtlichen Antrag für die Erneuerung der Verdolung im Talweg zu stellen und dem Ingenieurbüro Walter und Partner den entsprechenden Auftrag zu erteilen. Im Zuge dessen soll die Verdolung neu errichtet und in den öffentlichen Bereich gelegt werden.

Mit diesen Maßnahmen könne ein Schutz bei einem 100-jährigen Hochwasser erzielt werden, war sich Fritz sicher. Darunter ist die Pegelhöhe bzw. die Abflussmenge eines Gewässers zu verstehen, die im statistischen Mittel einmal in 100 Jahren erreicht oder überschritten wird. Der Experte ging auf Fördermöglichkeiten ein. Laut den Richtlinien entscheide die Wirtschaftlichkeit über die Förderfähigkeit. Ausgehend von einem Nutzen-Kosten-Faktor von 1. Bei der Verfolgung dieser Vorschläge liege dieser Faktor in Dallau über 1 - nämlich bei 4,8. "Dies ist sehr hoch, einer Förderung durch das Land dürfte damit nichts im Wege stehen", erklärte Fritz. Und darin war er sich mit Waldemar Ehrmann vom Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises einig. Das Land gewähre eine Förderung bis zu 70 Prozent.

Eine weitere Schwachstelle beim Hochwasserschutz im Industriegebiet werde mit der Errichtung einer Mauer beseitigt, die rund 40.000 Euro koste.

Auf Anregung des Fachmanns Markus Fritz beauftragten die Elztaler Gemeinderäte die Verwaltung, die Flussgebietsuntersuchung auf den sogenannten "Dorfbach" auszuweiten. Die Analyse wird ebenfalls das Büro Wald+Corbe vornehmen.

 


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