INFOS & NEWS

08.Februar.2018, baden online, Aufgabe für Generationen - Generalentwässerungsplan für Haslach liegt vor

Eine »Aufgabe für Generationen« stellte am Dienstag Andreas Gold vom Ingenieurbüro wald und Corbe im Gemeinderat vor. Der Generalentwässerungsplan für ganz Haslach listet auf, wo Schwachstellen in der Kanalisation sind und wie dringend dort gehandelt werden muss.

Knapp 68 Kilometer an Abwasserrohren liegen in Haslachs Untergrund. Wie leistungsfähig diese sind und wo Schwachstellen im System entstehen könnten, kann künftig im Generalentwässerungsplan (GEP) für Haslach und die Stadtteile abgelesen werden. Andreas Gold vom Planungsbüro Wald+Corbe erläuterte den Stadträten die Details und die Schlussfolgerungen, die aus dieser Bestandsaufnahme resultieren.

Der größte Schwachpunkt in der städtischen Kanalisation ist inzwischen beseitigt. Im Vorgriff auf die GEP-Ergebnisse waren in den vergangenen Jahren mit Millionen in Lipp-, Gebele- und Kampfackerstraße die Rohre saniert und vergrößert, gehören seitdem Überflutung der Straße und Wasser in den Kellern der Vergangenheit an.

Knapp 23 Millionen Euro schätzt der Planer an Baukosten, sollten aller Schwachstellen der Kanalisation beseitigt werden. Gold schätzt, dass in der obersten Priorität, die seiner Meinung nach in den kommenden fünf Jahren begonnen werden sollten, dafür fünf Millionen Euro notwendig würden. Im zweiten Schritt wären in den Folgejahren dann über zwölf Millionen Euro fällig. Unterm Strich, so seine Einschätzung, sollte die Kanalisation um 50 Jahre funktionieren.

Riesige Datensammlung
Mit der umfangreichen Datensammlung samt Prognosen und Hochrechnungen der Leistungsfähigkeit der Kanalisation bei Starkregen oder Unwetter habe die Kommune nun ausreichend Infrastrukturdaten an der Hand, um das weitere Vorgehen zu steuern. Gold arbeitete dafür sämtliche Pläne der Kanalisation ein, dazu auch Ergebnisse von Kamerafahrten in den Abwasserrohren und statistische Erhebungen von Wetterdaten, um die Hydraulik des Abwassersystems einordnen zu können.

Für die Räte beruhigend: einen umgehend zu behebenden Missstand machte der Fachmann nicht aus. Er riet dazu, in den kommenden Jahren darüber nachzudenken, in welchen Abschnitten sich eine Sanierung oder Optimierung lohnen könnte. Schließlich habe die Kommune die Pflicht, ihre Kanalisation in Schuss zu halten.  Um Kosten und Nutzen in einem vernünftigen Rahmen zu finden, sei es ratsam, Projekte laut Generalentwässerungsplan mit anstehenden Straßensanierungen zu kombinieren.

Die Bestandsaufnahme  der kommunalen Straßen steht steht ohnehin an, wenn im kommenden Jahr erstmals ein Etat nach kaufmännischen Gesichtspunkten ins Haus steht. Dort nämlich müssen die Straßen nach Zustand und Sanierungsbedarf aufgeschlüsselt sein, könnten folglich diese Daten mit jenen der Kanalisation abgeglichen werden. Aktuell, so die Auskunft von Stadtkämmerin Gisela Ringwald, ist solch eine Bestandsaufnahme allerdings noch nicht in Auftrag gegeben worden.

»Masterplan«

Der komplette Generalentwässerungsplan wird in den kommenden Wochen in der Stadtverwaltung vorliegen. laut Bürgermeister Philipp Saar sei dies im Zusammenspiel mit anderen Infrastrukturdaten dann ein hervorragender Masterplan für anstehende Sanierungen.

 

Autor:

Manfred Pagel

 


19.Januar.2018, Pforzheimer Zeitung, Wetterextreme nehmen zu: Aufschlussreicher Hochwasservortrag im Mönsheimer Rat

Autor: Claudia Keller

Mönsheim. „Es geht um Hochwasser jenseits der Gewässer“, erklärte Hans Göppert vom Büro Wald + Corbe, als er den Mönsheimer Gemeinderat über das Thema Starkregenrisikomanagement informiert hat. Der Fachmann zeigte dem Gremium auf, dass es neben dem Hochwasser durch Gewässer eine weitere, bislang weniger untersuchte Gefahr bei Starkregenereignissen gibt, wie das Wasser aus den Flächen von Hanglagen.

„Allerdings gibt es genauso wie bei Hochwasser keinen unendlichen Schutz bei Naturkatastrophen“, merkte Göppert an. Er zeigte in seinem Vortrag Fotos von überfluteten Orten, die teilweise durch das Wasser aus den Hangflächen geflutet worden waren. Angesichts der Schäden, die in den vergangenen zehn Jahren aufgetreten seien, sah der Fachmann eine deutliche Zunahme. „Im Jahr 2016 haben wir jeden Monat Extremlagen gehabt“, erinnerte Göppert. Er berichtete weiter, dass auch die Klimaforschung prognostiziere, dass es immer mehr Hochwasser geben werde. „Wenn wir uns die Starkregen ansehen, so besteht die Befürchtung, dass diese auch zunehmen werden“, hielt Göppert fest.

Den Zusammenhang erklärte er mit zunehmenden Temperaturen, da warme Luft auch mehr Wasser speichern könne. Das Hochwasser, das im Jahr 2016 im Ort Braunsbach große Schäden angerichtet hat, bezeichnete er als Schlüsselerlebnis für Baden-Württemberg. „Der örtliche Bach in Braunsbach ist etwa so groß wie der Entenbach in Mönsheim“, warf Göppert ein. „Diese Sommergewitter können jeden treffen.“ Zwischenzeitlich habe man reagiert und entsprechende Leitfäden herausgegeben, darunter auch die Information „Kommunales Starkregenrisikomanagement“ des Landes. Darin geht es speziell um Starkregenereignisse mit großer Niederschlagsmenge und von hoher Intensität, die meist von geringer örtlicher Ausdehnung und kurzer Dauer sind und deshalb ein schwer kalkulierbares Überschwemmungsrisiko darstellen. Bürgermeister Thomas Fritsch schlug vor, ein Angebot zur Erstellung einer Starkregenrisikokarte einzuholen. Der Gemeinderat stimmte dem einhellig zu.


18.Januar.2018, Südwestpresse, Sachsenheim - Mehr als 300 000 EUR zum Schutz gegen Hochwasser

Von Mathias Schmid 18.01.2018

Als kürzlich die Gewässer über die Ufer traten, ging es im nördlichen Landkreis noch glimpflich aus. Beim letzten großen Hochwasser 2013 hieß es dagegen vielerorts: Land unter. Seither beschäftigt sich auch die Stadt Sachsenheim mit besserem Schutz vor solchen Ereignissen. Experten schlagen Maßnahmen für insgesamt 322 000 Euro vor. Entsprechende Haushaltsmittel sind bereits eingestellt. Sobald der Gemeinderat freies Licht gibt, soll losgeplant werden, sagt die Stadt.

Als Jahrhunderthochwasser wurde das Hochwasser im Juni 2013 eingestuft, das an der Metter zu beträchtlichen Schäden und auch im Unterlauf der Metter zu Überflutungen in den Ortslagen Gündelbach, Horrheim, Sersheim, Sachsenheim und Bietigheim-Bissingen führte. Überall waren Wohnhäuser, Firmengebäude und Rathäuser vollgelaufen sowie Straßen, Parkplätze oder Wiesen überschwemmt, gar Autos davongetragen worden. Schon im Dezember 2014 beschloss der Technische Ausschuss, dass sich die Stadt Sachsenheim an der Flussgebietsuntersuchung der Metter und ihren Seitengewässern beteiligt. Die Ergebnisse des Inge­n­ieurbüros „Wald + Corbe“ liegen nun vor.

Mehrere Gewässer untersucht

Untersucht wurde die Hochwassergefährdung durch die Metter, den Kirbach, das Tannenbrunnenbächle sowie durch den Selterbach in Groß- und Kleinsachsenheim, Hohenhaslach, Ochsenbach und Häfnerhaslach.

Eine Problemstelle ist in Großsachsenheim in der Talniederung oberhalb der Mündung des Kirbachs. 1990 und 2013 stand hier alles unter Wasser. „Dieser Bereich ist sehr stark gefährdet. Wir sehen eine zehnjährige Überflutungsgefahr“, meinen die Experten des Ingenieurbüros. Als Ursache haben die Experten eine ganz einfache Lösung ausfindig gemacht: Der zum Supermarkt gehörige Parkplatz wurde aufgefüllt. Dadurch hat der Fluss nicht genügend Platz nach links und rechts. Der Pegel steigt daher unverhältnismäßig schnell.

Zwei Maßnahmen sollen das in Zukunft verhindern: Bereits bevor die Metter am Edeka-Supermarkt vorbeifließt, soll das Ufer links durch einen Damm oder eine Mauer erhöht werden. Beim Parkplatz soll dann das Ufer möglichst nahe an die Parkfläche hin zurückgenommen werden, sodass bei Hochwasser ein breiteres Flussbett zur Verfügung steht. Die Kosten werden auf insgesamt 180 000 Euro geschätzt.

In Ochsenbach wird im Bereich des Tannenbrunnenbächles bei einem Jahrhunderthochwasser von partiellen Gefährdungen oberhalb der Spielberger Straße ausgegangen. Einzelne Häuser könnten hier überflutet werden, so die Annahme. Hier kommt aber hinzu, dass nicht der gesamte Bach vermessen ist. Unter anderem soll das Flussbett hier ertüchtigt werden: Wurzelstöcke führen zu Aufstauung und Abbrüchen am Ufer. Auch Rohre, die das Bächle unter Straßen durchführen, sollen ausgetauscht werden. Insgesamt sind hierfür 37 000 Euro veranschlagt.

Schließlich soll auch der Selterbach in Häfnerhaslach gegen Hochwassers fit gemacht werden. Als Hauptproblem wurden hier Gehölz, Geröll und Schlamm ausfindig gemacht, das den Lauf des Flusses stört. Ein Sedimentfang und Rechen für insgesamt 105 000 Euro sollen dieses in Zukunft aufhalten. Der Ortschaftsrat Hohenhaslach moniere die Zustände hier jedes Jahr, hieß es aus dem Gremium. „Man sieht ja wie wunderbar das gemacht wird“, klagte einer der Räte bezüglich der Umsetzung vom Bauhof. Außerdem seien bereits Gitter vorhanden, die man nur freilegen müsste.

Überwachung empfohlen

Darüber hinaus empfehlen die Experten von „Wald + Corbe“ ein Hochwasserüberwachungs- und Meldesystem, bei dem (Alarm)-Pegel auch online live verfolgt werden können. Pegelmesser gibt es bereits in Vaihingen, Bietigheim-Bissingen und Sachsenheim. An diese müsste man sich nur anschließen – eine kurzfristige und kostengünstige Verbesserung des Hochwasser-Managements. Weitere Stellen in Hohenhaslach und Kleinsachsenheim beurteilte das beauftragte Ingenieurbüro als weitgehend unkritisch, da keine Gefährdung der Bebauung bestehe. Bei den Kosten handelt es sich um grobe Schätzungen.


Auch andernorts Kampf gegen Wassermassen


In Großsachsenheim wird derzeit auch an anderer Stelle, unweit der Hochwasserstelle am Edeka-Markt, gegen Fluten gekämpft Auf der Talseite der Brunnenschneiderstraße in Richtung Klingenberg kommt es bei Starkregen immer wieder zu Überflutungen (die BZ berichtete). Zunächst wurden für rund 40 000 Euro Kanäle entkalkt – mit einem größeren Effekt als erwartet. Weitere Schritte für geschätzt 180 000 Euro wurden bereits beschlossen: eine Abflussbremse, Umleitungen, die Aktivierung eines stillgelegten Kanals, größere und zusätzliche Straßenläufe sowie eine zusätzliche Querrinne bei der Einmündung Im Krummenland, msc

 


zurück Seite 1 / 39 weiter

x

Diese Webseite empfehlen:
http:www.wald-corbe.de/profil/infos-news.php

WALD+CORBE : INFOS & NEWS